Kultur in Mitte

Berlin ist Kultur und Kultur ist Berlin: Wo sonst, wenn nicht in Mitte gilt dieser Satz! DIE LINKE will Kunst und Kultur verstärkt im öffentlichen Raum sichtbar machen und gerade die Vielfalt der kleinen Kulturorte schützen. Das hilft der Stadtkultur und der Freien Szene: Berlin macht wieder auf!

Kunst und Kultur in ihrer Vielfalt prägen unseren Bezirk. Er wird nicht nur von den großen „Häusern“ wie dem Humboldtforum, dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt oder der Volksbühne geprägt, sondern gleichermaßen von Bibliotheken, Volkshochschulen und Musikschulen mit ihren vielfältigen Angeboten und den unabhängigen Künstler*innen und Kulturschaffenden.
Mit dem Haus der Statistik und der Alten Münze entstehen aktuell zwei große, öffentliche Kulturorte mitten im Zentrum der Stadt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass diese Orte auch zentrale, sozio-kulturelle Treffpunkte für Anwohner:innen, die freie Kulturszene und alle Berliner:innen werden.

Mitten durch die „neue, alte Mitte“ zieht sich eine zentrale „Kulturachse“: vom Haus der Statistik, dem potentiellen Welterbe Karl-Marx-Allee, Bauabschnitt 2 über die Klosterstrasse und den Molkenmarkt hin zur Alten Münze. Ein Neubau der alten Waisenbrücke als Fußgängerbrücke würde den Übergang zum Stadtmuseum und Marinehaus erleichtern, dann die Spree entlang zum  Humboldtforum, der Museumsinsel, der Staatsoper Unter den Linden und dem Konzerthaus. Hier möchte ich die Bezüge zwischen den Institutionen und Orten als „Kulturachse“ sichtbar machen und mich für den Dialog zwischen Anwohner:innen und Orten, wie eine solche „Kulturachse“ ausgestaltet werden kann, einsetzen.

Ich unterstütze den Neubau der in der ursprünglichen Planung vorgesehenen Pavillons auf der Karl-Marx-Allee! Dies wären neue, öffentliche Orte für Kunst und als soziale Treffpunkte.
Die Rathauspassagen müssen wieder zur Klosterstrasse und dem Molkenmarkt geöffnet werden, so dass eine transparente Durchquerung möglich ist und der Bezug zwischen Rathausforum und der neuen Bebauung am Molkenmarkt sichtbar wird.

Die oft schon seit Jahren leerstehenden Ladenlokale in der Leipziger Strasse möchte ich mit kulturellen Nutzungen neu beleben, denn eine Zwischennutzung ist besser als Leere! Hier können auch neue soziale Treffpunkte und Veranstaltungsorte für die Nachbarschaft integriert werden.

Gerade in Mitte gibt es zahlreiche historische Bezüge, hier liegt der Ursprung Berlins. Ich sehe es als Aufgabe an, eine zeitgemäße, die Stadtgesellschaft einbeziehende Aufarbeitung der Geschichte sicht- und erfahrbar zu machen.

Die vielen Bauprojekte im Bezirk waren und sind eine Fundgrube und einmalige Chance für die Archäologie. So wird es möglich, Alt-Berlin sichtbar zu machen und zu erforschen. Ich möchte die Ergebnisse der Grabungen öffentlich zugänglich machen, zum Beispiel durch archäologische Fenster.

Dank des Berliner Programms „Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt“ finden gerade in Mitte zahlreiche Projekte zur Kolonialgeschichte statt. Ich unterstütze grundsätzlich die Umbenennung von Straßen, mit denen Personen geehrt wurden, die mit Deutschland als ehemaliger Kolonialmacht verbunden sind. Dabei ist es aber unerlässlich, mit den Anwohner:innen, den Gewerbetreibenden und den zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Decolonize Berlin e.V., zusammenzuarbeiten.

Kulturelle Vielfalt will ich durch konkrete Unterstützung, etwa durch das Förderprogramm „Draußenstadt“, erhalten. Kunst und Kultur müssen im öffentlichen Raum stärker sichtbar werden. Kulturprojekte im städtischen Raum unterstützen das Miteinander, sei es im Vorrübergehen Fremdes zur Kenntnis zu nehmen, sei es mit anderen Zuschauer:innen Gemeinsamkeiten durch Anteilnahme herzustellen.

Ich setze mich dafür ein, dass nach der Pandemie auf Landesebene ein Sonderfonds für Kulturprojekte im öffentlichen Raum aufgelegt wird, der vom Kulturamt Mitte kuratiert wird. Das hilft der Stadtkultur und der Freien Szene: Berlin macht wieder auf!