Luisenstadt Nord

Die nördliche Luisenstadt umfasst den Bogen von der Neuen Jacobstraße, das Heinrich-Heine-Viertel, die Köpenicker Straße und den Bereich am Michaelkirchplatz mit dem Engelbecken. Während der Teilung Berlins war dieser südliche Teil des Bezirks Mitte durch die Mauer von Kreuzberg getrennt. Die Wiederherstellung des Luisenstädtischen Kanals und des Engelbeckens gab der Luisenstadt ihren Namen zurück. Früher eine Ödnis, muss das Engelbecken heute befischt werden, um das ökologische Gleichgewicht zu halten. Im Zuge der Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts entstanden, ist die Luisenstadt bis heute vor allem ein Wohnort, teilweise als Berliner Mischung aus Wohnen und Gewerbe. Und immer noch werden hier, wie auf dem ehemaligen Grenzstreifen oder als Nachverdichtung in Plattenbauvierteln, neue Wohnungen gebaut. Das nicht mehr als solches genutzte Kraftwerk Mitte und die Clubs an der Köpenicker Ecke Brückenstraße sind angesagte Kulturorte wie auch das Theaterhaus Mitte.

Ein Problem der nördlichen Luisenstadt ist die Bändigung des Verkehrs über die Heinrich-Heine-Straße zwischen Jannowitzbrücke und Moritzplatz. Durch den Status als Sanierungsgebiet soll im Bereich zwischen Spreeufer und Köpenicker Straße eine geordnete städtebaulichen Entwicklung, die Gestaltung des Spreeufers und eine ausreichende infrastrukturellen Versorgung der wachsenden Bevölkerung erreicht werden.

Die Stiftung Stadtmuseum benötigt endlich das Marinehaus als ergänzendes Ausstellungshaus für das Stammhaus Märkische Museum, das selbst das wichtigste Exponat der Stiftung ist. Und um den Köllnischen Park, den Historischen Hafen und das Märkische Ufer fußläufig und fahrradfreundlich an das Zentrum anbinden, ist ein Wiederaufbau der Waisenbrücke zu begrüßen!

Foto: Lena Ganssmann

Text: Thomas Flierl