Öffentliche Freiräume in Mitte

Öffentliche Räume müssen öffentlich bleiben. Sie müssen qualitätsvoll entwickelt werden und als konsumfreie Bereiche für Alle jederzeit nutzbar sein. DIE LINKE setzt sich für neue soziale Treffpunkte im Bezirk ein, denn Mitte soll fair, bunt und sozial bleiben.

Der Freiraum unterm Fernsehturm zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Spree ist DER zentrale Ort der Berliner*innen und ihrer Gäste. Der Platz vor dem Roten Rathaus muss der Ort für Proteste und Feiern der Berliner*innen sein – ein Stadtforum für die Mitte Berlins. Ich trete dafür ein, zwischen Spandauer Straße und Spree einen Park mit Spreezugang anzulegen. Hier können wir zeigen, wie ein sorgsamer Umgang mit Stadtgrün und gestalterische Lösungen für Hitze- und Sonnenschutz aussehen können und neue öffentliche Aufenthaltsqualitäten durch attraktive Gestaltungen schaffen: ein grüngeprägter Stadtinnenraum, ein Wohnzimmer Berlins! Wichtig ist mir dabei, dass das Ensemble des Marx-Engels-Denkmals einen respektvollen Platz in diesem Raum erhält.

Grünanlagen haben eine wichtige Erholungsfunktion – vor allem im Zentrum der Stadt. Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat der Berliner Stadtgesellschaft die Notwendigkeit wohnraumnaher öffentlicher Grünflächen deutlich vor Augen geführt. Doch Mitte hat zu wenige Grünflächen. Daher sind der Schutz und die Pflege von naturnahen Grün- und Freiflächen von großer Bedeutung. Mir liegt besonders der Erhalt der wohnortnahen Grünanlagen sowie von Spielplätzen am Herzen.

Der von Allen geteilte öffentliche Raum ist der Ort gelebter Toleranz. Straßen, Plätze und Parks sollen nicht nur gepflegt und sicher für alle sein. Jede:r soll sich frei und selbstbestimmt bewegen können. Hier begegnen wir uns als Gleiche und zugleich als sozial und kulturell Verschiedene.

Und: Innerstädtische Grünflächen haben auch eine klimatische Aufgabe. Sie dienen als Versickerungsflächen für Regenwasser, kühlen in heißen Sommernächten die dichtbebauten Wohnblocks ab und sind Wohn- und Schutzgebiete für Vögel, Insekten und Pflanzen. Grün- und Freiflächen sind unverzichtbar.

Sie brauchen unseren Schutz und sie brauchen auch qualifizierte Pflege. Ich unterstütze es, wenn sich Bürger: innen zunehmend selbst um ihre Grünflächen kümmern. Das kann aber die professionelle Arbeit der Berliner Gärtner: innen nicht ersetzen. Das Personal bei den bezirklichen Grünflächenämtern muss wieder aufgestockt werden. Die Grünflächen dürfen nicht durch unterschiedliche Zuständigkeiten zwischen Bezirksämtern, BSR und Grün Berlin GmbH einer Verwahrlosung preisgegeben werden.

Für eine saubere Stadt setzen wir auf Umweltbildung und Informationskampagnen zu den Themen Mülltrennung und Müllvermeidung. Gemeinsam mit Anwohner*innen und Gewerbetreibenden sollen Konzepte für die jeweiligen Kieze entwickelt und entsprechende Veranstaltungen durchgeführt werden.

Kein Spielplatz, kein Bolzplatz darf ohne Ersatz aufgegeben werden. Im Gegenteil: Wo neue Wohnungen entstehen, sollen auch Spielplätze und -flächen mit Zugang für alle Kinder geschaffen werden. Damit Parks und Grünflächen auch für Spiel, Sport und Bewegung genutzt werden können, ohne dabei Schaden zu nehmen, müssen gemeinsam verbindliche Regeln aufgestellt werden. Unser Stadtgrün ist uns so wertvoll wie unsere Spielplätze. Wir werden die Spielplatzentwicklungsplanung aktualisieren und dafür sorgen, dass die Spielplätze in Ordnung gehalten, barrierefrei umgebaut und regelmäßig erneuert werden. Daran sollen Kinder und Jugendliche selbst mitwirken. Auch soziale Treffpunkte sind öffentliche Räume. Wir brauchen wieder mehr Kieztreffs für die Nachbarschaft, Senioren- oder Jugendclubs im Quartier. Ich möchte mit den kommunalen, aber auch privaten Wohnungsbaugesellschaften und den Anwohner:innen-Initiativen ins Gespräch kommen, um soziale Treffpunkte, zum Beispiel in leerstehenden Erdgeschoßflächen, aber auch bei Neubauplanungen, zur Verfügung zu stellen und zu integrieren.