Spandauer Vorstadt

Die Spandauer Vorstadt zwischen Volksbühne, Hackeschem Markt, Monbijoupark und Friedrichstraße ist die größte erhaltene und Anfang des 18. Jahrhunderts planmäßig angelegte Vorstadt von Berlin. Viele Gebäude stammen noch aus dem 19. Jahrhundert, das Gebiet wird durch kleine Grundstücke und vielfältige Gebäudetypen charakterisiert. Dank des Programms Stadtumbau Ost, der Ausweisung als Sanierungsgebiet bis 2008 sowie als Gebiet des städtebaulichen Denkmalschutzes konnte das Gebiet vielfach profitieren und als innerstädtisches Wohnquartier gestärkt werden. Die öffentlichen Investitionen sicherten bei umfangreicher baulicher Erneuerung Mietobergrenzen, garantierten die soziale Infrastruktur für eine wachsende Bewohnerschaft und einen qualitätsvollen öffentlichen Raum. Galerien, historische Gewerbehöfe, Restaurants und attraktive Einkaufsmöglichkeiten machen die Spandauer Vorstadt gleichermaßen für Menschen aus Berlin wie für Touristen:innen attraktiv. Dass führte in der Konsequenz aber auch zu einem aktuell hohen Umnutzungs- und Veränderungsdruck. Notwendig sind in Mitte mehr Milieuschutzgebiete, um Verdrängung durch Luxusmodernisierung zu verhindern. Auch Grün- und Naherholungsflächen sind lebensnotwendig, im Monbijoupark brauchen wir wieder einen richtigen Spielplatz und eine Wiedereröffnung des Theaters gegenüber vom Bodemuseum.

Foto: Lena Ganssmann

Text: Thomas Flierl