Über mich

Liebe Nachbarinnen, liebe Nachbarn,

mein Name ist Imke Elliesen-Kliefoth und ich bin in Ihre LINKE-Direktkandidatin im Wahlkreis Mitte 2 für das Berliner Abgeordnetenhaus.

Ich bin Anfang der 70er Jahre in einem politisch aktiven Pfarrhaus in Hamburg aufgewachsen. Meine Eltern hatten sich entschlossen, in die neu gebaute Großsiedlung Steilshoop zu ziehen, um dort die Kirchengemeinde mit aufzubauen. In einem linken „Kollektiv“ aus fünf Pfarrern und ihren Familien.

In meinem Elternhaus haben sich christliche Werte und linke Überzeugungen auf eine selbstverständliche Art und Weise verbunden. Im Mittelpunkt immer der Mensch. Unabhängig von Herkunft, Geldbeutel, Bildungsabschluss. Und der Glaube, die Verhältnisse verändern und gemeinsam die Zukunft zum Besseren bestimmen zu können.

Hamburg-Steilshoop, das hatte keinen guten Klang. In kurzer Zeit für 20.000 Menschen errichtet. Die Plattenbauten des Westens, viele Nationalitäten, Kulturen, geringe oder gar keine Einkommen. Architektonisch innovativ als Quartier, gab es in Steilshoop auch das erste Gemeinschafts-Wohnprojekt Westdeutschlands, das von einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft gefördert wurde. Ein ganzer Wohnblock als große WG. Steilshoop galt als „Sozial-Ghetto“, wer von hier kam, wurde außerhalb der burgartig in Ringen gebauten Zwölfgeschosser schräg angesehen.

Diese Kindheit der 70er, 80er Jahre in Westdeutschland war einerseits von großer Freiheit geprägt: ohne Schulspeisung, ohne Hort haben wir Kinder die Nachmittage unbeaufsichtigt und unkontrolliert auf den Spielplätzen und Straßen des Viertels verbracht, wir waren autonom. Gleichzeitig waren viele von uns arm. Ohne faire Chance auf Bildung, Ausbildung und später eine gut bezahlte Arbeit. Gewalt und Sucht gehörten zum Alltag. Diese Erfahrung extremer sozialer Missstände und Ungleichheit, wie auch der Glaube, prägen mein politisches Denken bis heute.

Von Hamburg zog es mich Anfang der neunziger Jahre, noch während meines Studiums der Philosophie und Linguistik, nach Berlin. Hier fand die Wiedervereinigung wirklich statt, trafen die Menschen mit DDR- und BRD-Biografie alltäglich aufeinander. Statt Gegenstand bloßer Betrachtung, von Vorurteilen in gegenseitiger Distanz zu sein. Die Differenz unserer Erfahrungen trennte uns nicht. Für mich, für uns war das Auf- statt Zusammenbruch. Wir waren jung, neugierig und hatten noch nichts verloren. Wir sahen vor allem Chancen, in den entstandenen Freiräumen zu gestalten, und lebten es mit dem Mut der Jugend.

Was dieser umfassende gesellschaftliche Transformationsprozess gerade für die Menschen bedeutete, die in der DDR aufgewachsen, hier ihr Leben, ihre Familie, ihre Zukunft gebaut hatten, habe ich als junge Frau nicht, wie viele von uns, sondern erst später begriffen.

Unserer Erfahrung von Aufbruch stand die Realität von Zusammenbruch gegenüber. Ein ganzes Land wurde brutal abgewickelt. Und mit ihm die Lebensleistungen, die Biografien und Pläne vieler Menschen. Statt Respekt und Wertschätzung zu erfahren, mussten sie sich alltäglich für einen Staat rechtfertigen, während ich für die Politik der Bundesrepublik nicht persönlich verantwortlich gemacht wurde.

Die Erkenntnis, wie schnell eine Stadt, ein Land im Umbruch kapitalistisch durchökonomisiert werden kann, hat mich so hart getroffen wie die Tatsache, dass die radikale Durchsetzung neoliberaler Rezepte das faktische Gegenteil von Sozialstaat, Gleichberechtigung für Frauen, der Geschlechter, Respekt und Chancen für Menschen diverser Herkunft, Erfahrungen und kultureller Prägung ist.

Mit meinem Engagement in der Kultur habe ich versucht, der Durchökonomisierung aller Lebensbereiche Alternativen entgegen zu setzen. Mit der Widerständigkeit von Kunst und Kultur neue Perspektiven zu eröffnen und auch erfahrbar zu machen.

Als Mutter von drei Kindern habe ich aus Überzeugung und Leidenschaft Konzerte veranstaltet und ein Buch geschrieben. Und dabei begriffen, dass Kultur und Kunst zwar selbstbestimmte, aber harte Arbeit ist. Denn Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind oft prekär.

Ich habe erfahren, was es bedeutet, mit der Verantwortung für Kinder auf Hartz IV angewiesen zu sein. Während man gleichzeitig auf dem Arbeitsmarkt als schwer vermittelbar gilt.

Aus all dem ist es für mich ein logischer Schritt, mich politisch zu engagieren. Verantwortung zu übernehmen, um zu gestalten und zu verbessern, was ich mit vielen teile: Dass es ein besseres, gerechteres und nicht zuletzt froheres Leben gibt.

Gestalten wir es zusammen!

Seit zehn Jahren arbeite ich für DIE LINKE als Fachreferentin im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus. Ich bin Sprecherin der Bundes- und Landesarbeitsgemeinschaft Kultur meiner Partei.

Für mich ist prägend, den weiten Begriff von Kultur von zwei Seiten kennen zu können und zu wollen: aus der Perspektive der Kulturschaffenden, der Kulturarbeiterin, wie aus der Perspektive der Kulturpolitikerin, die die Interessen der Kultur verteidigen und durchsetzen will.

Nach einigen Jahren als Referentin im Bundestag hat es mich gereizt, in einem Landesparlament und für eine Linksfraktion zu arbeiten, die sich der Herausforderung stellt, Regierung zu sein. Das hat mir schon heute die Erfahrungen und den Blick verschafft, mit den Akteurinnen, den vielschichtigen Bereichen und Bedürfnissen einer lebendigen Kunst- und Kultszene auf gegenseitiger Augenhöhe zu gestalten.

Kulturpolitik ist eine politische Querschnittsaufgabe in Kontakt und Netzwerk unterschiedlicher politischer Ressorts, Verwaltungen, Behörden und Zuständigkeiten. Damit unverzichtbarer Kitt, der unsere Stadt, ihr gesellschaftliches und soziales Leben zusammenhält.

Berlin für Alle braucht Kultur für Alle. Und damit in der Kulturpolitik nicht weniger, als Berlin für Alle und überall braucht: Eine linke emanzipatorische Politik, die die Menschen im Mittelpunkt hat. Mit guten Produktions- und Arbeitsbedingungen. Fairen Löhnen und daran gemessen bezahlbaren Mieten. Chancengleichheit in Bildung und beruflicher Perspektive. Geschätzte und respektierte Vielfalt. Berlin für Alle heißt: solidarisch fühlen, denken, planen, handeln. Heißt Klima und Ökologie wichtig nehmen. Berlin für Alle heißt: es gibt Platz für Alle, und heißt auch, nicht nur sich selbst wichtig nehmen, sondern die ganze Stadt. Das ist meine Mitte, mit der ich mich für eine starke Mitte Berlins einsetzen will: Fair, bunt, lebenswert, bezahlbar solidarisch und aufregend.

Lassen Sie uns gemeinsam Stadt gestalten: Die ganze Stadt. Für Alle!

Ihre Imke Elliesen-Kliefoth

Stationen

1971 in Hamburg geboren

1990 Abitur, Gesamtschule Steilshoop

1991 Studium Germanistik, Linguistik, Philosophie an der Universität Hamburg

1994 Studium der Linguistik und Philosophie an der Humboldt Universität zu Berlin

1997 Geburt meiner Tochter Anna

2001 Geburt meines Sohnes Ruwen und Abschluss als Magistra Artium 

2002 Praktika Radio Kultur, Berliner Zeitung/Ressort Politik

2003 Veranstalterin Konzertreihe Jazz

2004 Freie Mitarbeiterin Akademie der Künste zu Berlin, Elektroakustisches Studio

2006 Geburt meines Sohnes Johan

2009 Veröffentlichung „Bergauf beschleunigen – 17 Gespräche über Erfolg und Gelingen“, Ammann Verlag Zürich

2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin der kulturpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE

2014 Eintritt in DIE LINKE

2015 Fraktionsreferentin Kultur/Medien Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag

seit 2017 Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur der LINKEN

seit 2018 Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Kultur der LINKEN

seit 2018 Fraktionsreferentin für Kultur und bürgerschaftliches Engagement bei DIE LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus